Samstag, 12. April 2014

Bananenrepublik

Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung könnte es sein, dass wir bald Bananen in unseren Gärten ernten könnten. Als Blumenschmuck sind Bananenstauden allenthalben schon gesichtet worden – und ein Schelm, der das im übertragenen Sinn versteht.
Erfunden hat den Begriff „Bananenrepublik“ der Schriftsteller O´Henry 1904, und gemeint hat er damit Honduras. Der Begriff ist nicht letztgültig definiert, aber er bezeichnet auf jeden Fall ein politisches System, in dem Korruption, Vetternwirtschaft und mafiöse Strukturen die Grundpfeiler anständigen Verhaltens bilden. So gesehen muss eine Bananenrepublik also keinesfalls in südlichen Gefilden liegen. Rumänien und Bosnien zählen sicherlich auch dazu. Und in Österreich kommt man bekanntlich nur dann zu etwas, wenn man jemanden kennt, der wieder jemand kennt usw. Ob auf Landesebene oder in der Bundespolitik ist da schon egal, es ändert sich nur die Anzahl der Nullen, die vor dem Komma stehen. Neu ist das nicht, und jenen die vor einiger Zeit angetreten sind, um diesen Filz zu entfernen, wächst er heute selbst aus den Ohren, oder um es auf Lavanttalerisch zu sagen: Wonn die Sau zum Trog kummt, nocha frisst sie.
Das scheint mir eine gute Definition von Bananenrepublik zu sein. Gute Definitionen ändern zwar noch nichts, aber sie auszusprechen zeigt den Fressenden, dass wir nicht halb so blöd sind, wie sie uns gerne hätten. Zumindest intelligent genug, um zu wissen, dass man gegen Schweine am Trog nicht viel ausrichten kann. Man muss sich aber auch nicht weiter darum bekümmern.