Dienstag, 23. April 2013

Shakespeare, Cervantes und Laxness

„Lesen Sie gefälligst!“, rief uns Peter Handke vor mehr als 10 Jahren zu. Die Aufforderung gilt natürlich immer noch. Besonders am Welttag des Buches.

Shakespeare, Cervantes und der weniger bekannte isländische Nobelpreisträger Halldór Laxness müssen als Säulenheilige herhalten, um den Welttag des Buches zu bewerben. Shakespeare und Cervantes sind an diesem Tag des Jahres 1616 gestorben – oder auch nicht. Denn während man in England noch den julianischen Kalender verwendete, rechnete man in Spanien schon mit dem gregorianischen.
Zu Shakespeare und Cervantes muss man nichts sagen, zu Laxness dagegen um so mehr. Der Welttag des Buches kann und soll eine Gelegenheit sein, auf diesen Nachfahren der Skalden aufmerksam zu machen. Laxness wurde vom Nobelkomitee für seine sozialkritischen Romane geehrt, die sich darüber hinaus einer genauen und stilsicheren Sprache bedienen. Was Laxness Romane aber vor allem auszeichnet, sind der Wille und die Fähigkeit, große Geschichten zu erzählen. Der historische Roman „Die glücklichen Krieger“ entführt uns in das frühe Mittelalter und schöpft aus der klassischen nordischen Literatur. Von Schwurbrüdern, Vogelfreien und Königen wird da erzählt, von Meerfahrten nach Grönland und Kämpfen in England. Ein historischer Roman, der im besten Sinn Gegenwartskritik ist und zu den großen Erzählwerken der europäischen Literatur gehört.