Freitag, 8. März 2013

Von der Gier und von der Kärntner Politik

Wenn einen die Gier übermannt, dann wird man früher oder später bestraft. In den Kärntner Sagen ist das immer so, und auch die politische Realität dieses Landes zeigt, dass man nicht auf Dauer damit davonkommt.
In einer Sage geht ein Fassbinder des Nachts an der Ruine Liebenfels vorbei. Eine Salige verstellt ihm den Weg und bittet ihn um Hilfe. Er soll ein paar Fässer reparieren. Der Fassbinder richtet die Fässer und erhält reichen Lohn. Jeden Tag darf er eine Handvoll von dem verborgenen Schatz nehmen, aber nur eine Handvoll.
Natürlich geht die Sache schief. Der Fassbinder wird gierig und nimmt eines Tages so viel er tragen kann. Daraufhin versinkt der Schatz, und die Salige verflucht den Fassbinder.
Man konnte es in den letzten Wochen und Monaten beobachten, wie das Glück sich von der FPK abwandte. Wie sich die Protagonisten in der Öffentlichkeit entblößten und der Lächerlichkeit preisgaben. Deshalb kam auch der Absturz nicht überraschend, wenn vielleicht auch das Ausmaß nicht vorherzusehen war. Aber wenn die Saligen die Geduld verlieren, dann zeigen sie es deutlich.
Mir fällt da auch noch eine andere Sage ein, die in Kärnten häufig erzählt wird. Es ist die Sage von den übermütigen Knappen. Die Bergknappen genossen im Mittelalter und auch danach große Privilegien. Sie waren den Freien gleichgestellt und durften sogar Waffen tragen. Das Gold, das Eisen und das Silber machten sie reich und übermütig. Sie feierten jeden Tag. Sie brauchten keinen besonderen Grund für ein Spektakel und ihre Feste wurden immer wilder und ausgelassener. Eines Tages übertrieben sie es aber endgültig. Es heißt, sie hätten einem Kind den Kopf abgeschlagen, um damit zu kegeln.
Ein drastisches Bild. Aber in diesem Bild wird uns der Weg in die Katastrophe deutlich, und wir sehen, was geschieht, wenn wir es zu weit treiben. Sagen erzählen von der Wirklichkeit und führen uns die Folgen unseres Handelns vor Augen.
Ich gebe es zu, die vielbeschworene Weisheit der Märchen wird in esoterischen Kreisen überstrapaziert, aber das heißt noch nicht, dass es diese Weisheit nicht gibt. Wie man sieht, ist sie nur gut versteckt und genauso schwer zu finden und zu begreifen, wie der Schatz, den die Saligen behüten.

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