Dienstag, 26. März 2013

Petros Markaris - Finstere Zeiten

Als Petros Markaris 2009 eine Romantrilogie über die Krise in Griechenland ankündigte, lachten ihn die Journalisten nicht gerade aus, aber sie zweifelten, ob die Krise lange genug dauern würde, um drei Romane damit zu füllen. Im Moment sieht es so aus, als ob Makaris schlimmste Vorahnungen wahr werden. Nicht nur eine Trilogie geht sich da locker aus, auch für eine zweite scheint mehr als genug Stoff und Zeit vorhanden zu sein.
In dem schmalen Band „Finstere Zeiten“ fasst Markaris seine Zeitungskolumnen aus „Der Zeit“, der „Süddeutschen Tages-zeitung“ u.a. zusammen. Wer verstehen will, wie komplex die Ursachen und Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Griechenland sind, muss dieses Buch lesen. Mit genauem Blick beschreibt Markaris, wie westliche Banken in Griechenland das große Geschäft witterten und Politiker, Unternehmer und Kleinanleger ihnen auf den Leim gingen. Wie eine korrupte Politikerkaste das Land ausbeutete und den internationalen Finanzmärkten zum Fraß vorwarf.
Dabei stellt Markaris ein paar Dinge klar. Diese Krise tötet. Menschen springen vor Verzweiflung aus dem Fenster. Krankenhäuser haben keine Medikamente, können Operationen nicht mehr durchführen.
Diese Krise schafft Elend und Not. Menschen haben nichts zu essen, kein Dach über dem Kopf und keine Arbeit. Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei über 50 Prozent. Man muss kein Hellseher sein, um darin eine Gefahr für den Frieden und die Demokratie zu sehen. Markaris rät zu einer Kultur der Armut. Aus dieser Kultur der Armut kommen die Griechen. Das viele Geld, die billigen Kredite haben diese Kultur zerstört, und nun wird es sehr schwierig, wieder dorthin zurückzukehren.
Vielleicht kann aber diese neue Armut, nennen wir es lieber Bescheidenheit und bewussten Verzicht, ein Ausweg sein. Und zwar nicht nur ein Ausweg für die Griechen, sondern für uns alle.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen