Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstagseier

Warum der Gründonnerstag Gründonnerstag heißt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinen, es handle sich hier um eine Verballhornung von „greinen“ und eigentlich müsste der Tag Greindonnerstag, also der Donnerstag an dem man wehklagt, heißen. Die anderen meinen, der Name komme von den grünen Kleidern der Priester, die an diesem Tag zur Messe getragen werden. Eine dritte Meinung bringt das Grün symbolisch mit der Erneuerung in Verbindung. Früher war der Gründonnerstag ein Ablasstag. Den Gläubigen wurden die Sünden vergeben und jeder durfte frisch, also grün in das neue Kirchenjahr gehen.
Wie auch immer, das Interessanteste am Gründonnerstag sind sicher die Gründonnerstageier oder Antlaßeier. Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, bleiben angeblich das ganze Jahr frisch. Ausprobiert dürfte das noch kaum jemand haben, weil man diese Eier auch traditionell zur Speisensegnung mitnimmt, und überhaupt soll jeder Hausbewohner mindestens eines dieser Antlaßeier verspeisen. Dann bleibt er gesund und vor allem Übel geschützt.
Die schützenden Eigenschaften versucht man sich auch im Stall und Haus zunutze zu machen. Antlaßeier werden auf Dachbalken genagelt, in Öfen eingemauert, im Stall und auf dem Feld vergraben. Auch sollen diese Eier besonders schöne Küken hervorbringen. Nur wenn sich einer draufsetzt, der sich seit neun Tagen nicht gewaschen hat, dann brütet er den Teufel aus.
In Kärnten war und ist auch die abergläubische Vorschrift verbreitet, dass man am Gründonnerstag, Karfreitag und an den Osterfeiertagen keine Erdarbeiten ausführen darf. Deshalb muss der Kren spätestens am Mittwoch vor Ostern ausgegraben werden. Noch bevor die Glocken nach Rom fliegen sozusagen.
Was das alles mit der christlichen Bedeutung dieses Tages zu tun hat, ist eine schwierige Frage. Der Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls und der Stiftung des neuen Bundes. Wie es da dazupasst, dass man an diesem Tag Honig essen muss, weil einem sonst Eselsohren wachsen – ich bin überfragt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen