Freitag, 18. Oktober 2013

Termine

Kärntner Sagen: Buchpräsentation

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19.00 Uhr
Musilhaus Klagenfurt, Bahnhofstraße 50



Kärntner Sagen

Sonntag 10. November 2013, 15 Uhr

Mittwoch 13. November 2013,
19 Uhr
Bambergsaal Wolfsberg


Samstag 16. November 2013, 15 Uhr
Kinderlesung
Buchhandlung Heyn - Klagenfurt


Donnerstag, 21. November 2013, 15 Uhr
Mediathek Radenthein


Samstag 30. November 2013, 17 Uhr
Buchhandlung Magnet - Völkermarkt


Dienstag 10. Dezember 2013, 19.30 Uhr
Werner Berg Museum Bleiburg


Donnerstag 12. Dezember 2013, 19 Uhr
Café Sternweiss - St. Paul im Lavanttal


Dienstag, 23. April 2013

Shakespeare, Cervantes und Laxness

„Lesen Sie gefälligst!“, rief uns Peter Handke vor mehr als 10 Jahren zu. Die Aufforderung gilt natürlich immer noch. Besonders am Welttag des Buches.

Shakespeare, Cervantes und der weniger bekannte isländische Nobelpreisträger Halldór Laxness müssen als Säulenheilige herhalten, um den Welttag des Buches zu bewerben. Shakespeare und Cervantes sind an diesem Tag des Jahres 1616 gestorben – oder auch nicht. Denn während man in England noch den julianischen Kalender verwendete, rechnete man in Spanien schon mit dem gregorianischen.
Zu Shakespeare und Cervantes muss man nichts sagen, zu Laxness dagegen um so mehr. Der Welttag des Buches kann und soll eine Gelegenheit sein, auf diesen Nachfahren der Skalden aufmerksam zu machen. Laxness wurde vom Nobelkomitee für seine sozialkritischen Romane geehrt, die sich darüber hinaus einer genauen und stilsicheren Sprache bedienen. Was Laxness Romane aber vor allem auszeichnet, sind der Wille und die Fähigkeit, große Geschichten zu erzählen. Der historische Roman „Die glücklichen Krieger“ entführt uns in das frühe Mittelalter und schöpft aus der klassischen nordischen Literatur. Von Schwurbrüdern, Vogelfreien und Königen wird da erzählt, von Meerfahrten nach Grönland und Kämpfen in England. Ein historischer Roman, der im besten Sinn Gegenwartskritik ist und zu den großen Erzählwerken der europäischen Literatur gehört. 


Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstagseier

Warum der Gründonnerstag Gründonnerstag heißt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinen, es handle sich hier um eine Verballhornung von „greinen“ und eigentlich müsste der Tag Greindonnerstag, also der Donnerstag an dem man wehklagt, heißen. Die anderen meinen, der Name komme von den grünen Kleidern der Priester, die an diesem Tag zur Messe getragen werden. Eine dritte Meinung bringt das Grün symbolisch mit der Erneuerung in Verbindung. Früher war der Gründonnerstag ein Ablasstag. Den Gläubigen wurden die Sünden vergeben und jeder durfte frisch, also grün in das neue Kirchenjahr gehen.
Wie auch immer, das Interessanteste am Gründonnerstag sind sicher die Gründonnerstageier oder Antlaßeier. Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, bleiben angeblich das ganze Jahr frisch. Ausprobiert dürfte das noch kaum jemand haben, weil man diese Eier auch traditionell zur Speisensegnung mitnimmt, und überhaupt soll jeder Hausbewohner mindestens eines dieser Antlaßeier verspeisen. Dann bleibt er gesund und vor allem Übel geschützt.
Die schützenden Eigenschaften versucht man sich auch im Stall und Haus zunutze zu machen. Antlaßeier werden auf Dachbalken genagelt, in Öfen eingemauert, im Stall und auf dem Feld vergraben. Auch sollen diese Eier besonders schöne Küken hervorbringen. Nur wenn sich einer draufsetzt, der sich seit neun Tagen nicht gewaschen hat, dann brütet er den Teufel aus.
In Kärnten war und ist auch die abergläubische Vorschrift verbreitet, dass man am Gründonnerstag, Karfreitag und an den Osterfeiertagen keine Erdarbeiten ausführen darf. Deshalb muss der Kren spätestens am Mittwoch vor Ostern ausgegraben werden. Noch bevor die Glocken nach Rom fliegen sozusagen.
Was das alles mit der christlichen Bedeutung dieses Tages zu tun hat, ist eine schwierige Frage. Der Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls und der Stiftung des neuen Bundes. Wie es da dazupasst, dass man an diesem Tag Honig essen muss, weil einem sonst Eselsohren wachsen – ich bin überfragt.

Dienstag, 26. März 2013

Petros Markaris - Finstere Zeiten

Als Petros Markaris 2009 eine Romantrilogie über die Krise in Griechenland ankündigte, lachten ihn die Journalisten nicht gerade aus, aber sie zweifelten, ob die Krise lange genug dauern würde, um drei Romane damit zu füllen. Im Moment sieht es so aus, als ob Makaris schlimmste Vorahnungen wahr werden. Nicht nur eine Trilogie geht sich da locker aus, auch für eine zweite scheint mehr als genug Stoff und Zeit vorhanden zu sein.
In dem schmalen Band „Finstere Zeiten“ fasst Markaris seine Zeitungskolumnen aus „Der Zeit“, der „Süddeutschen Tages-zeitung“ u.a. zusammen. Wer verstehen will, wie komplex die Ursachen und Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Griechenland sind, muss dieses Buch lesen. Mit genauem Blick beschreibt Markaris, wie westliche Banken in Griechenland das große Geschäft witterten und Politiker, Unternehmer und Kleinanleger ihnen auf den Leim gingen. Wie eine korrupte Politikerkaste das Land ausbeutete und den internationalen Finanzmärkten zum Fraß vorwarf.
Dabei stellt Markaris ein paar Dinge klar. Diese Krise tötet. Menschen springen vor Verzweiflung aus dem Fenster. Krankenhäuser haben keine Medikamente, können Operationen nicht mehr durchführen.
Diese Krise schafft Elend und Not. Menschen haben nichts zu essen, kein Dach über dem Kopf und keine Arbeit. Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei über 50 Prozent. Man muss kein Hellseher sein, um darin eine Gefahr für den Frieden und die Demokratie zu sehen. Markaris rät zu einer Kultur der Armut. Aus dieser Kultur der Armut kommen die Griechen. Das viele Geld, die billigen Kredite haben diese Kultur zerstört, und nun wird es sehr schwierig, wieder dorthin zurückzukehren.
Vielleicht kann aber diese neue Armut, nennen wir es lieber Bescheidenheit und bewussten Verzicht, ein Ausweg sein. Und zwar nicht nur ein Ausweg für die Griechen, sondern für uns alle.

Freitag, 22. März 2013

Petros Markaris - Zahltag

Die Eröffnungsszene von Petros Markaris zweitem Krisenkrimi „Zahltag“ birgt die Verzweiflung und den Horror der Finanz- und Wirtschaftskrise in einer kleinen Szene. Vier Rentnerinnen haben sich das Leben genommen. Die Kriminalpolizisten stehen in der Athener Wohnung und finden den Abschiedsbrief: „Da wurde uns klar, dass wir der gesamten Gesellschaft nur noch zur Last fallen“, schreiben die vier. „Da haben wir beschlossen zu gehen.“
Dieser Selbstmord ist der Auftakt zu einer Fahrt durch die Unterwelt. Kostas Charitos nimmt uns mit auf eine Reise durch den Alltag der Krise. In Athen werden reiche Griechen umgebracht. Es sind Griechen, die den Finanzbehörden ihr wahres Einkommen verschleiern und deshalb weniger Steuern zahlen. Da die staatlichen Behörden nichts gegen diese Hinterziehungen unternehmen, hat sich der „nationale Steuereintreiber“ selbst ermächtigt, diese Leute zur Rechenschaft zu ziehen. Wer nicht zahlt, stirbt.
Markaris wurde für seine Krisentrilogie kritisiert. Das seien keine wirklichen Wirtschaftsthriller und Politkrimis auch nicht. Aber diese Kritik geht an der Intention der Bücher vorbei. Petros Markaris will uns nicht wie John Grisham einen Einblick in die Sphäre der Macht bieten, nein, er zeigt uns die Krise aus der Perspektive der Straße. Wie erleben die Athener Bürger den Wahnsinn der Ausbeutung und Verelendung? Das ist die Frage, die Markaris umtreibt. Die Krimihandlung fügt sich dabei ohne Mühe in die Beschreibung des Lebens in Athen. Kostas Charitos ist kein Superbulle und steht selbst jeden Tag vor den gleichen Problemen wie seine Mitbürger. Seine Tochter und ihr Mann haben zwar jeweils eine Universitätsausbildung, aber einigermaßen gut bezahlte Jobs, die haben sie nicht. So überlegt Charitos Tochter, nach Afrika auszuwandern. Vielleicht kann man sich dort eine Existenz aufbauen, vielleicht verdient man dort so viel, dass man sich das Leben leisten kann. Während sich Kostas Charitos also mit seinen Familienproblemen und dem Verkehr in Athen herumschlägt, mordet der Serienkiller weiter, und den Menschen gefällt es, dass da einer die Gerechtigkeit selbst in die Hand nimmt.
Petros Markaris schafft mit „Zahltag“ einen beinahe schon klassischen Krimi. Die Krimihandlung verwebt sich mit der Beschreibung des alltäglichen Lebens, mit der unaufdringlichen Analyse der Krise und den Geschichten ganz gewöhnlicher Menschen.

Sonntag, 17. März 2013

Wie die Katze zu den Menschen kam

Weitab von den Menschen, draußen in der Savanne, lebte einst eine Katze. Sie streifte durch das Gras, fläzte auf den breiten Ästen der Bäume und freute sich über das süße Leben unter der afrikanischen Sonne. Doch eines Tages dachte sie sich: Es ist doch langweilig, so alleine. Ich suche mir einen Freund.
Es dauerte nicht lange, da hörte sie das Murren und Knurren eines Katers in der Nähe. Er hatte gerade eine dicke, fette Maus gefangen und spielte jetzt mit ihr. Als er die Katze sah, begann er zu schnurren und überließ ihr die Maus.
Das war ein Gefährte ganz nach dem Geschmack der Katze. Stark war er und zuvorkommend. Sicher ist mein Kater das edelste und stärkste Geschöpf auf der ganzen Erde, dachte sich die Katze. Aber die Katze wusste noch wenig von dieser Welt, und so war sie erstaunt und geschockt, als ein Leopard aus dem Dickicht sprang und ihren Kater samt der Maus, die er im Maul trug, verschlang.
Wenn der Leopard meinen Kater fressen kann, so ohne weiteres und so plötzlich, dann muss wohl der Leopard das stärkste Tier auf dieser Erde sein, dachte die Katze und schmiegte sich schnurrend an die Beine des Leoparden.
Das Glück währte allerdings nicht lange. Ein Löwe lauerte hinter einem Felsen, und als der Leopard daran vorbeispazierte, machte der Löwe einen großen Satz und fraß den Leoparden auf. Voller Bewunderung schloss sich die Katze dem Löwen an. So ein mächtiges Tier. Der Löwe musste wahrlich der Herrscher der Savanne sein, ja der König der Tiere.
Doch da hörte die Katze ein hässliches Geräusch. Patsch, und der Kopf des Löwen zerplatzte. Ein Elefant hatte den Löwen mit nur einem Fußtritt getötet. Schnell kletterte die Katze auf den Rücken des Elefanten und machte es sich zwischen seinen Ohren gemütlich. Ja, hier konnte ihr wirklich nichts Schlimmes mehr passieren. So ein Elefant würde sie vor allen Gefahren beschützen. Der Elefant war ein würdiger Gefährte für so ein schönes und edles Tier wie die Katze.
So in Gedanken versunken, mit sich selbst zufrieden, wurde die Katze durch einen dumpfen Knall aufgeschreckt. Der Elefant sank in die Knie, kippte zur Seite und war tot. Jetzt war sich die Katze ganz sicher. Der Mann mit dem Gewehr, der war das herrlichste Geschöpf auf Erden. Wer sonst konnte einen Elefanten mit nur einem Schuss töten?
Da die Katze beschlossen hatte, nur das mächtigste und stärkste Wesen der Erde als ihren Gefährten zu akzeptieren, folgte sie nun dem Mann zurück ins Dorf. Als sie bei der Hütte des Mannes ankamen, machte es sich die Katze auf dem Dach bequem. Sie lag da in der Sonne und räkelte sich. Zwischendurch streunte sie durch das Dorf und fing Mäuse. Manchmal stahl sie auch ein wenig Milch, und so verlebte sie viele glückliche Tage in dem Dorf. Bald hatte sich die Katze ganz gut eingelebt. Der Mann enttäuschte sie nicht. Er war wirklich ein sehr starkes Wesen, ein herrliches Geschöpf unter der Sonne. Doch eines Tages hörte die Katze Geschrei aus der Hütte des Mannes. Der Mann und seine Frau stritten. Sie brüllten einander an, und da taumelte der Mann vor die Tür, stürzte und fiel in den Staub.
Jetzt ist mir alles klar, sagte sich die Katze. Der Mann ist doch nicht das herrlichste Wesen auf Erden. Schon huschte sie vom Strohdach und schlüpfte in die Hütte. Dort beobachtete sie die Frau eine Weile, und als die Frau sich in einen bequemen Stuhl setzte und ein Buch aufschlug, hüpfte die Katze auf ihren Schoß und rollte sich dort ein. So kam die Katze zu den Menschen, und so kommt es, dass sich Katzen immer dort am wohlsten fühlen, wo es nicht nur Menschen, sondern auch Bücher gibt.

Freitag, 8. März 2013

Von der Gier und von der Kärntner Politik

Wenn einen die Gier übermannt, dann wird man früher oder später bestraft. In den Kärntner Sagen ist das immer so, und auch die politische Realität dieses Landes zeigt, dass man nicht auf Dauer damit davonkommt.
In einer Sage geht ein Fassbinder des Nachts an der Ruine Liebenfels vorbei. Eine Salige verstellt ihm den Weg und bittet ihn um Hilfe. Er soll ein paar Fässer reparieren. Der Fassbinder richtet die Fässer und erhält reichen Lohn. Jeden Tag darf er eine Handvoll von dem verborgenen Schatz nehmen, aber nur eine Handvoll.
Natürlich geht die Sache schief. Der Fassbinder wird gierig und nimmt eines Tages so viel er tragen kann. Daraufhin versinkt der Schatz, und die Salige verflucht den Fassbinder.
Man konnte es in den letzten Wochen und Monaten beobachten, wie das Glück sich von der FPK abwandte. Wie sich die Protagonisten in der Öffentlichkeit entblößten und der Lächerlichkeit preisgaben. Deshalb kam auch der Absturz nicht überraschend, wenn vielleicht auch das Ausmaß nicht vorherzusehen war. Aber wenn die Saligen die Geduld verlieren, dann zeigen sie es deutlich.
Mir fällt da auch noch eine andere Sage ein, die in Kärnten häufig erzählt wird. Es ist die Sage von den übermütigen Knappen. Die Bergknappen genossen im Mittelalter und auch danach große Privilegien. Sie waren den Freien gleichgestellt und durften sogar Waffen tragen. Das Gold, das Eisen und das Silber machten sie reich und übermütig. Sie feierten jeden Tag. Sie brauchten keinen besonderen Grund für ein Spektakel und ihre Feste wurden immer wilder und ausgelassener. Eines Tages übertrieben sie es aber endgültig. Es heißt, sie hätten einem Kind den Kopf abgeschlagen, um damit zu kegeln.
Ein drastisches Bild. Aber in diesem Bild wird uns der Weg in die Katastrophe deutlich, und wir sehen, was geschieht, wenn wir es zu weit treiben. Sagen erzählen von der Wirklichkeit und führen uns die Folgen unseres Handelns vor Augen.
Ich gebe es zu, die vielbeschworene Weisheit der Märchen wird in esoterischen Kreisen überstrapaziert, aber das heißt noch nicht, dass es diese Weisheit nicht gibt. Wie man sieht, ist sie nur gut versteckt und genauso schwer zu finden und zu begreifen, wie der Schatz, den die Saligen behüten.

Montag, 4. Februar 2013

Striezelwerfen in Stein im Jauntal/Kamen v Podjuni

Das Striezelwerfen findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Februar statt, und man gedenkt damit der seligen Hildegard von Stein. Hildegard stiftete nach ihrem Tod (irgendwann Ende des 10. Jh.) eine jährliche Ausspeisung für Arme. Daraus wurde irgendwann das Striezelwerfen. Die Brote sollen gegen Blitzschlag schützen, das Vieh vor Krankheiten bewahren usw. 
Hildegard gehörte vermutlich zum selben Adelsgeschlecht wie Hemma von Gurk, lebte auch ungefähr zur gleichen Zeit. Hildegards Sohn Albuin wurde 975 die erste Bischof von Bozen-Brixen. In diesem Jahr war der aktuelle Bischof von Bozen-Brixen Ivo Muser in Stein zu Gast und hielt die Messe zum Gedenken an die selige Hildegard.